Neuseeland


November/Dezember 2007, drei Wochen.
(Fotos mit Ricoh Caplio GX100 und Canon 350D)
 
Wo soll ich nur anfangen? Am besten ich lasse die Eindrücke einfach wild aus mir heraussprudeln und beginne mit der Schwärmerei für die wunderbare landschaftliche Vielfalt von Australiens "kleinem Bruder". Idyllisches Weideland wird von üppigem, kalten und wild wucherndem Regenwald abgewechselt, in dem es scheint als würden sich die Pflanzen gegenseitig huckepack nehmen um gemeinsam der Sonne entgegenzueifern. Nicht zu vergessen sind natürlich die weitläufigen nahezu einsamen Strände und die Berge und Vulkanlandschaften sowie die schönen geologischen und geothermischen Besonderheiten, auf die man während der Fahrt durch das Land stößt. Besondere Erwähnung soll auch die besondere Gastfreundschaft finden, mit der die Bewohner Reisenden begegnen.

Unsere Reiseroute führte uns auf der Südinsel von Christchurch (mit einem "kurzen" Abstecher zum Rohan-Setting von LOTR) nach Moeraki zu den gleichnamigen Boulders, zur Pinguinkolonie nach Oamaru und vorbei am Lake Pukaki über den Haast Pass zur Westküste der Insel. Auf dem Weg zu den Pancake Rocks in Pukaki wurde Zwischenstopp bei Ship Creek gemacht, eine Bucht mit einladendem Strand- und Sumpfspaziergang. Gletscher und einige Höhlen wurden auch besichtigt. In Punakaiki hatten wir die bestimmt netteste Unterkunft der ganzen Reise (Arapuna Studios). Weiter ging es nach Westport zur Seelöwenkolonie, dann nach Nelson um eine weitere Höhle zu befahren, den Abel Tasman Nationalpark zu durchwandern (wirklich paradiesisch) um dann mit der Fähre auf die Nordinsel zu wechseln.


Auf dem Weg nach Edoras: Scheinbar endlose Graslandschaft und ... Zäune. Bild rechts: vom Gletscher abgeschliffene Hügel ohne Spitze.


Mt. Sunday im Hinterland von Ashburton - wo die Goldene Halle von Meduseld einmal stand..! Ich glaube den Schotterweg hierher gibt es eigentlich
nur weil hier gedreht wurde. Schade dass dieser Gebirgsbach uns daran gehindert hat, den Berg zu besteigen.



 Moeraki Boulders
Von der Meeresbrandung aus dem lehmigen Boden gewaschene rund geformte Steine.


 Bilder links: Clay Cliffs bei Omarama
Bilder unten: Aussicht auf den Lake Pukaki: Die türkis-blaue Farbe des natürlich entstandenen Sees ist scheinbar auf kleine Schwebepartikel im Wasser zurückzuführen, die vom Gletscher stammen. Bilder von der Route nach Haast: Wieder überall Zäune. Unten ist auch schön zu sehen, wie viel Platz die Schafe zum Weiden hatten.

(übrigens eine "Fotoleihgabe" von Paul)



 Dichter Regenwald
Man könnte meinen es handelt sich hier um einen Hügel mit kniehohen Sträuchern, aber dem ist nicht so - trotzdem hat man den Eindruck man könnte in Ermangelung einer Machete besser über die Bäumchen hinweg spazieren, als durchzulaufen. Regenwaldbilder unten: gut angelegter Ship Creek swamp walk mit atemberaubender Vegetation


 Fox Glacier
10 Autominuten und 15 Gehminuten von der Küste ins Landesinnere und man sieht einen Gletscher das Tal herabkommen. Doch etwas surreal, der Wechsel zwischen Regenwald, Küste und Gletscher.




 Insgesamt wurden auf der Südinsel 4 Höhlen besichtigt, zum Teil mit wunderschönen Tropfsteinformationen, Flowstones und anderer Versinterung beschmückt - leider auch mit Cave-Wetas, die aufgrund ihres unberechenbaren Hüpfverhaltens doch etwas gewöhnungsbedürftig waren. Dann gab es in einer der Höhlen noch Glowworms, Würmer, die wie im Bild rechts oben abgebildet edelsteinschmuckartige Klebfäden erzeugen und bei Hunger leuchten und so Insekten anlocken. Man muss sich einfach die Zeit nehmen, seine Stirnlampe auszuschalten und im Dunkeln das Leuchten der Glowworms zu betrachten - eines meiner Highlights des Urlaubs.
 
Einige Bilder sind wieder in Kooperation mit Paul entstanden - abwechselnd waren wir für Beleuchtung oder Fotografie zuständig. Beleuchtet und fotografiert wurde übrigens Langzeit mit Stirnlampe sowie zwei zusätzlichen kleinen Leuchten und der neuen Kompaktkamera Ricoh Caplio GX100. Funktioniert besser als man denkt.
 
Die Kreatur auf dem Bild links dürfte übrigens eine gewöhnliche Honigbiene sein. Darunter ist ein wirklich wahnsinnsgroßes Eingangsportal zur Fox River Höhle zu sehen, die erstaunlicherweise auch im Lonely Planet als Sehenswürdigkeit angeführt und frei begehbar ist.



 Auf den Bildern Links sieht man die Pancake Rocks mit charakteristisch eingefurchtem Felsgestein. Wir hatten gerade eine gute Zeit (Flut) erwischt, und konnten miterleben, wie die "Blowholes" das Wasser zerstäubten.

Die nächsten Bilder wurden auf der Wanderung bei Abel Tasman erstellt. Mit einem Wassertaxi wurden wir auf einem Strand mitten im gleichnamigen Nationalpark abgesetzt und wanderten in 4-5 Stunden gemütlich retour. Bei einer gezeitenkritischen Stelle kamen wir zu spät an. Da die Flut schon eingesetzt hatte, mussten wir die "low tide route" nehmen - nachdem wir einigen anderen Wanderern bei ihrem glücklosen Versuch, die Stelle vom anderen Ufer aus doch noch zu überqueren, zugeschaut hatten.

 
Ganz links: Überfahrt mit der Fähre
Rechts daneben: Die Atlantik im Pazifik am Hafen von Wellington
 
In Wellington blieben wir dann zwei Tage - die Stadt fand ich am interessantesten von denen die wir besucht haben. Auckland war für meinen Geschmack etwas zu groß, Christchurch zu wenig "jung". Schnurstracks fuhren wir dann Richtung Turangi, wo wir dann die eintägige Tongariro Crossing Wanderung machten. Für karge und nicht weniger bunte Mondlandschaft bin ich immer zu haben und Krater gab es diesmal jedenfalls zur Genüge. Traumhaft. Am nächsten Tag haben wir uns dann die von geothermischen Sehenswürdigkeiten wimmelnde Gegend rund um Rotorua angesehen - Orakei Korako (Hidden Valley) und Wai-O-Tapu. In Whakatane wurde übernachtet um am nächsten Tag von dort aus per Schiffchen zur White Island zu fahren, einem aktiven Vulkan in Privatbesitz(!). In den darauf folgenden Tagen wurden Matamata (Hobbiton-Movieset) und der Hot Water Beach besichtigt. Wetterbedingt entschlossen wir uns, die letzten Tage in Auckland zu verbringen, wo wir dann noch eine interessante Lava-Höhle mitten in einer Einfamilienhausgegend zu Gesicht bekamen.

Bilder unten: Auf dem Weg von Wellington nach Turangi.



Die Wanderroute Tongariro Crossing im Tongariro Nationalpark war trotz Bewölkung sagenhaft schön. Gerne hätte ich zwar den Mt. Ngauruhoe bestiegen, aber so wie der Vulkan sich - nämlich mit dichten Wolken verhangen - präsentierte, war er leider wenig einladend. Durch die beeindruckende Färbung des Red Crater wurde ich aber mehr als ausreichend entschädigt.

Die folgenden Bilder 1-5: Fotos vom Aufstieg zum Red Crater | Bild 6: Die Belohnung für unsere Mühe: der Red Crater
Bilder 7-9: Die Emerald Lakes beim Abstieg | Bild 10: Red Crater mit Ngauruhoe im Hintergrund







 
Orakei Korako (Hidden Valley) und Wai-O-Tapu

Diese Geothermalparks waren ein echter Hingucker. An allen Ecken und Enden rauchte und brodelte es und man konnte in Freiluft ähnliche Sinterformationen betrachten, wie sie von Höhlen bekannt sind. Verschönert wurden diese zum Teil durch rot, gelb, grün, purpur, weiß und schwarz gefärbte Mineralablagerungen (Schwefel- und Eisenoxid sind beispielsweise für die hübschen gelben und roten Färbungen verantwortlich). 

 
Auf Pauls Website sind weitere Fotos der geothermischen Gegend zu finden: http://www.eigelb.at/?sID=227 

 Die nächsten beiden Bilder zeigen die Vulkaninsel White Island, die man mit Atemmaske und Helm bestückt erkunden konnte. Auf dem Panorama im Hintergrund ist auch der rauchende Krater zu sehen. Wieder stießen wir auf ähnlich verfärbte Gesteine wie im Geothermalgebiet, Faule-Eier-Gestank und Schwefelkristalle. Die Luft muss mit einem ätzenden Gas durchmischt sein, denn innerhalb kürzester Zeit bekam man einen kratzigen Hals und wusste das von den Guides zu Beginn ausgehändigte Lutschbonbon dann sehr zu schätzen.

Auf dem Rückweg (jetzt hätte ich doch beinahe "zum Festland" geschrieben) habe ich einen blau gefärbten "Flying Fish" gesehen, der plötzlich aus dem Wasser sprang, ein paar Sekunden mit seinen Tragflächen über dem Wasser zu segeln schien, bis er dann wieder eintauchte. Vergeblich habe ich dann eine Zeit lang mit der Kamera gelauert. In Ermangelung eines eigenen Fotos hier ein Link: Flying Fish

 
Die Delfine beim Hinweg waren auch sehr interessant - obwohl man sie von Aquarien und Fernsehen kennt, war ich überrascht wie groß der Unterschied dazu ist, sie in freier Wildbahn zu erleben.
 
 


Panorama links: Blick vom Sky Tower in Auckland | Oben: Maori Schnitzkunst im Museum

Ein Fazit der Reise wäre vielleicht: die Sonne steht mittags auf der Südhalbkugel tatsächlich im Norden, on-the-fly Unterkunft zu organisieren ist gar nicht so problematisch wie befürchtet, und rechts sitzen, links fahren und die komische Vorrangsregel beim Autofahren sind gewöhnungsbedürftig aber zu bewältigen. Und drei Wochen sind eigentlich zu kurz für beide Inseln, man kommt aber trotzdem auf seine Kosten, denn Neuseeland ist einfach SCHÖN.
 
Ein teilweise viel genauerer Bericht ist bei Interesse (wie schon angedeutet) auf eigelb.at zu finden.
 

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